Kastration & Sterilisation

 

Kastration | Sterilisation | Vor- und Nachteile | Kastration Kosten | Risiken einer Kastration | Nakosearten | Gas Narkose | Injektions Narkose

 

Was bedeutet überhaupt Kastration ?

Kastration ? Sterilisation ?

 

Ein Bock wird „kastriert“ - ein Weibchen „sterilisiert“ man. - So liest man dieses auf vielen Webseiten die über Kastration / Sterilisation berichten.

Leider ist diese Aussage aber falsch!

Worin liegt denn nun der eigentliche Unterschied zwischen einer Kastration und einer Sterilisation?

 

Deutlich ausgedrückt (es ist eigentlich ganz einfach):

 

Kastration

Bei der Kastration werden die Hoden des männlichen Tieres und die Eierstöcke des weiblichen Tieres (demzufolge die Geschlechtsdrüsen) durch den Tierarzt entfernt!

 

Sterilisation

Bei der Sterilisation dagegen werden „lediglich“ der Samenstrang des männlichen- und bei dem weiblichen Säugetier die Eileiter „abgetrennt“. - Die Geschlechtsdrüsen samt ihrer Sekretion bleiben also erhalten!

 

Beim Chinchilla speziell:

Mänchen / Bock

Ein Männchen kann sowohl kastriert- wie auch sterilisiert werden. Bei einem Chinchilla-Böckchen ist eine Kastration vorzuziehen (auch wenn dies einen etwas größeren operativen Eingriff bedeutet)! - Denn: „sterilisierte“ Böcke bleiben „rattig“ und somit oft auch aggressiv!

 

Weibchen

Ein Weibchen hingegen sollte nur sterilisiert werden, da der Eingriff einer Kastration ein viel zu hohes Risiko bedeutet.

 

Sprechen Sie bitte vorher mit Ihrem ausgewählten Tierarzt darüber, wie er vorgeht. Manche Tierärzte sterilisieren die Männchen nur, geben aber an, das Tier kastriert zu haben. Lassen sie sich nötigenfalls die entfernten Hoden nach dem Eingriff zeigen. So können Sie sichergehen, dass ihr Tier auch wirklich kastriert wurde!

 

Vor- und Nachteile einer Kastration

Vorweg gesagt: Eigentlich gibt es bei einer Kastration mehr Nachteile als Vorteile!

Darum sollte man sich am Anfang aller diesbezüglichen Überlegungen immer erst die Fragen stellen: „Warum muss mein Tier unbedingt kastriert werden“ und „hätte ich das nicht bereits im Vorfeld meiner (Kauf)-Entscheidungen bedenken können ?  (z.B. durch den Kauf „gleichgeschlechtlichen Tieren).

Okay, es mag auch einige wenige Ausnahmen geben, um bei „unerwünschten“ Nachwuchs-Problemen eine Kastration durchführen zu müssen!

 

Hierzu unsere Meinung:

Ein erfahrender (und verantwortungsvoller) Tierarzt operiert ein gesundes Tier nur ungern ohne triftigen Grund! Die vom Halter gewünschte Kastration im Kleintierbereich liegt meistens nur im Interesse des Halters und nicht der Tiere! Wirklich „notwendig“ ist sie Erfahrungen nach nur selten! Bitte denken Sie daran: A l l e n Lebewesen liegt es im Blut sich zu vermehren bzw. fortzupflanzen - wenn sie dazu die Möglichkeit haben! - Der Verursacher dieser Vermehrung ist aber meist der „Wunsch“ des Halters selbst. – Dieser möchte  unbedingt ein Paar haben, welches ja so hübsche, kleine und süße Babys „produziert“!

Natürlich, es wird auch immer wieder sogenannte „Fehlkäufe „ geben, bei denen aus „Franziska“ plötzlich ein „Franz „ (oder auch umgekehrt ) geworden ist! - Diese Fehlkäufe sind jedoch nur noch sehr selten und passieren meist nur „unerfahrenen“ Züchtern. Um dies letztendlich zu vermeiden, können Sie aber auch selber erlernen, das Geschlecht des Tieres relativ einfach zu bestimmen.

siehe hierzu: Geschlechtsbestimmung beim Chinchilla

 

Kosten einer Kastration

Die Kosten einer Kastration lassen sich leider nicht pauschal benennen! Nachdem wir uns bei mehreren Tierärzten erkundigt haben, waren wir sehr überrascht über die z.T. „riesigen“ Preisspannen. Eine Chinchilla-Kastration kostet im Mittel zwischen 50,-- und -90,-- €. Allerdings wurden uns auch vereinzelt Preise bis zu 250,-- € genannt.

 

Unsere Empfehlung sollte eine Kastration „unumgänglich“ werden:

Bitte, geben Sie lieber etwas mehr aus, wenn Sie wissen, dass die Praxis Ihrer Wahl schon mehrfach Kastrationen erfolgreich durchgeführt hat! - Sparen Sie also nicht am falschen Ende und gefährden noch zusätzlich die Gesundheit ihres Tieres!!!

  

Risiken einer Kastration

Früher sprach man von einer 50/50 Chance.

Heute jedoch - dank vieler Erfahrungen und Verbesserungen -, sind die Erfolgschancen wesentlich höher - ! Dennoch sollte man das Risiko nicht unterschätzen und leichtfertig handeln. Es sterben immer noch zahlreiche Tiere während -oder nach der Operation! Die häufigsten Gründe: Falsche Narkose/ Dosierung, Unterkühlung, Entzündung des Wundbereichs und/oder Vermehrung von Endoparasiten oder Bakterien mit oftmaliger Begleitung durch Hefe-Pilze.

 

Voruntersuchung für eine Kastrations-Operation

Vor jedem operativen Eingriff unter Narkose raten wir allen Haltern, sein Tier ausgiebig untersuchen zu lassen. Vor allem sollte eine Kotprobe eingeschickt und auf Giardien, Kokzidien, Nematoden und Hefen untersucht werden. Wir selbst lassen zusätzlich noch auf Bakterien untersuchen, da diese einen geschwächten Organismus ebenfalls in kürzester Zeit durch Überlastung gefährden können. - Bitte, wiegen Sie Ihr Tier vorher, damit Sie nach dem Eingriff stetig kontrollieren können, ob ihr Tier an Gewicht verliert (weil es eventuell nicht frisst)!

 

Narkosearten

Es gibt zwei Narkose-Arten die bei einem solchen operativen Eingriff von den Tierärzten vorgenommen werden. Die Meinungen gehen hier weit auseinander ,welche die sinnvollste und beste Art ist.!

 

Gasnarkose

Bei einer Gasnarkose sind die Tiere sehr schnell wieder bei Bewusstsein. Allerdings haben wir festgestellt, dass auch hier einige Risiken in den nachfolgenden Tagen des Operativen Eingriffes entstehen können. (angefangen von Futterverweigerung, Entzündung der Wunde oder schlagartige Vermehrung von Bakterien).

 

Injektions-Narkose

Bei der Injektions-Narkose schläft das Tiere bis zu mehreren Stunden nach der Operation tief und fest. - Hierbei muss unbedingt aufgepasst werden, dass das Tiere in dieser Zeit nicht unterkühlt. Zusätzlich ist es unbedingt erforderlich, dass das Tier mehrfach gewendet wird! Injektions-Narkose-Patienten fressen oft mehrere Tage nach der OP nicht von selbst - hier muss oft eine zwangsweise Ernährung durchgeführt werden!

Zu diesem Thema gibt es eine interessante Ausarbeitung:

http://infoseite.igc-forum.de/?goto=./content//19_Krankheiten&sub=berichte/narkose.htm - Zur Narkose bei Nagetieren/Chinchillas

 

Kastrationsdauer

Der eigentliche Operative Eingriff, so bestätigten uns mehrere Tierärzte, dauert nur wenige Minuten! 

 

Nach der Kastration

Sollte unbedingt drauf geachtet werden, dass das Tier nicht unterkühlt!

 

Zwangsernährung

Siehe hierzu unser bestehendes Thema – Zwangsernährung einfach gemacht!

 

Vergesellschaftung von Kastraten

Ein kastriertes Tier sollte unbedingt ca. 2 Wochen lang alleine bleiben, um sich von der Operation richtig zu erholen, bevor es neu vergesellschaftet- oder aber wieder in seine alte Gruppe eingegliedert wird.

 

Vorsicht !!! - Ein kastrierter Bock kann trotzdem noch einige Tage decken!