Sacoptesmilben
Räude
Räude auch unter Reude zu finden, sind hoch ansteckende Sacoptesmilben die zu den Spinnentiere gehören. Die Sarcoptesmilbe hat stumpfe Mundwerkzeuge und lange, ungegliederte Haftscheiben. Die vorderen Beinpaare überragen den Körper, die hinteren liegen innerhalb der Körperoberfläche. Diese Charakteristika ermöglichen es, sie von der Chorioptes- sowie der Psoroptesmilbe zu unterscheiden.
Die Weibchen bohren sich, mittels proteolytischer Enzyme, Gänge bis zum Stratum germinativum, in die Haut ihrer Wirte und legen dort ihre Eier ab. Dort liegen auch die nach vier bis fünf Tagen schlüpfenden sechsbeinigen Larven sowie die nach Häutung entstandenen Nymphen I. Die nach weiterer Häutung schlüpfenden Nymphen II kopulieren auf der Hautoberfläche mit den Männchen und nach erneuter Häutung bohren sich die befruchteten adulten Weibchen wieder in die Haut. Die Entwicklung dauert bei den weiblichen Exemplaren 21 Tage. Sie werden maximal 0,5 mm lang und die Männchen leben mehr auf der Hautoberfläche deren Entwicklung dauert 14 Tage und sie werden nur 0,25 mm lang.
Verbreitung
Die Sarcoptesreude tritt weltweit und bei vielen Tierarten auf, neben dem Schwein z. B. beim Pferd (hierbei anzeigepflichtig!), Rind, Schaf, Ziege und vielen anderen Tieren wie z.B. Chinchillas.
Seit neusten werden auch immer mehr Chinchillas bei den Tierärzten eingeliefert mit kahlen Nasen oder Augenbereichen. Viele Ärtze deuten dies auf Pilzbefall, was jedoch leider oftmals falsch ist. Dieses liegt wohl daran das Räude bei Chinchillas bis vor kurzem nicht bekannt war.
Tiere die nicht mit Pilzmitteln wie z.B. Fungi-Stop geheilt werden können, sollten Sie drigends auf Räude untersuchen lassen.
Infektionsweg
Die Übertragung geschieht von Tier zu Tier durch Körperkontakt. Die Milbe entfernt sich nicht weit von ihrem Wirtstier und ist ohne dieses nur ca. zwei Wochen lebensfähig. Ihre Prädilektionsstellen sind kurz - oder wenig behaarte Stellen wie z. B. die Regionen um Augen und in Ohren sowie die Inguinalgegend.
Symptome
Der Wirt reagiert auf den mechanischen Reiz am Stratum germinativum mit verstärkter Neubildung der Haut: Hyperkeratose. Es kommt zur Ausbildung von Papeln und Krusten. Die Hautveränderungen können konfluieren, großflächige Borken - und Schwielenbildungen sind die Folge. Der Juckreiz soll erst zwei bis drei Wochen nach der Erstinfektion auftreten und auf einer allergischen Reaktion beruhen.
Saisonaler Einfluss
Da die Milben empfindlich auf UV - Licht reagieren, tritt Reude hauptsächlich bei Stalltieren und vermehrt im Winter auf.
Verlauf
Im Allgemeinen entsteht beim älteren Schwein ein einer Immunität gleichzusetzender Gleichgewichtszustand zwischen Körperabwehr und Sarcoptesbefall. Die Sarcoptesreude kommt in vielen Schweinebeständen latent vor. In Streßsituationen, bei Immunschwäche oder Fütterungsfehlern kommt es zu einer Begünstigung der klinischen Manifestation der Reude (Faktorenkrankheit), bei gutem Stallklima, Streßarmut und gutem Futter bricht sie nicht aus. Durch die geschädigten Hautstellen werden Sekundärinfektionen begünstigt. Nachweis.
Aufgrund der charakteristischen Hautveränderungen an bevorzugten Stellen kann die tiefe Probenendnahme mit einem scharfen Löffel mit folgender Mazeration in KaOH und mikroskopischem Nachweis oft unterbleiben.