Chinchilla Milchmangel
Milchmangel kann verschiedene Ursachen haben:
- diese Mangelerscheinung kann funktionell bedingt sein, d.h. die Arbeit der Milchdrüsen kann ungenügend sein ( durch z.b. Wachspropfen in der Zitze);
- sie kann bei jungen, unterentwickelten Muttertieren auftreten welche zu früh gedeckt wurden;
- der Mangel kann ererbt sein;
- der Milchmangel kann auf allgemeinen Schwächezustand des Muttertiere zurückzuführen sein ( eventueller Vitamin / Minerallstoff Mangel oder Krankheit );
- erhebliche Verdauungsstörungen während der Trächtigkeit können Milchdrüsen geschwächt haben
Milchmangel beim Chinchilla Weibchen
Die ersten Anzeichen für zu wenig oder gar keine Milch ist dauerhaftes, klagendes Piepsen der Jungen. Sie haben versucht, an den Zitzen zu saugen, aber sie erhalten keine Milch; folglich werden die Jungen hungrig, unzufrieden, ruhelos, nervös und aggressiv in ihren Bemühungen, Nahrung zu finden. Das Muttertier wirkt gereizt und an der Pflege der Jungen uninteressiert und es kann vorkommen das die Kleinen die Mutter so sehr plagen, dass diese sich wehrt und beißt. Das Ergebnis sind oft schwere Verletzungen an denen der Wurf eingehen kann. Unternimmt man nichts, magern die Jungen ab, werden immer schwächer und sterben schließlich an Futtermangel. Viele Chinchilla Weibchen sind erst nach etwa drei Tagen in der Lage, genügend Milch für ihren Nachwuchs abzugeben. Bis zu diesem Zeitpunkt kann der Milchfluss sehr schwach sein und nicht ausreichen um die Jungen zu ernähren.
Ein Weibchen, das Junge zur Welt gebracht hat, kann oft genug Milch für 2 haben, wenn aber drei oder vier Babys da sind ist die Ernährung des Nachwuchses ungenügend. Unter diesen Umständen reicht der Milchvorrat nur aus, um den Wurf vor dem Verhungern zu bewahren. Aus diesem Grund sind in einem Wurf von 3 – 4 Tieren meist ein oder mehrere Tiere etwas unterentwickelt und schon von Geburt her sehr schwach. Diese Tiere sind dann nicht in der Lage sich so viel Milch zu beschaffen, dass dieser Zustand ausgeglichen wird Sie werden von den kräftigeren Tieren von den Zitzen weggestoßen und getreten was nicht selten den Tod zur Folge hat wenn der Mensch nicht eingreift. Wir kontrollieren die Brustwarzen der Weibchen und überprüfen, ob genügend Milch abgesondert wird, ist dies nicht der Fall, beginnen wir den Nachwuchs zuzufüttern. Ein Rezept für die künstliche Aufzucht findet man auf unsere HP unter der Rubrik "Aufzucht". Wenn die Warzen der Mutter klein und unter dem Pelz versteckt oder die Zitzen sehr zart sind, ist dies ein Zeichen, das die Milchorgane nicht ausreichend entwickelt sind. Weibchen die für ein richtiges Säugen geeignet sind, haben große und volle Zitzen mit kräftigen Warzen welche auch unter dem dichten Pelz leicht zu finden sind. Drückt man die Warzen ein, bildet sich am Ende ein Milchtropfen. Uns wurde mal von einem Züchter gesagt, man solle bei Milchmangel dem Muttertier süßen Haferschleim zum fressen geben. Wir haben damit aber noch keinerlei Erfahrungen machen können. Von unserer Tierärztin wissen wir, dass eine Injektion von Oxytocin den Milchmangel beheben kann.